Maßnahme des Aktionsplans als Motor für inklusive Kunstprojekte

Er selbst bezeichnet sich als Autor, Kulturveranstalter und Rebell: Maximilian Dorner betreute das „Pilotprojekt Kunst und Inklusion“. Die Maßnahme ist eine von insgesamt 47 Maßnahmen des 1. Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) .
Der 1. Aktionsplan wurde 2013 vom Stadtrat beschlossen. Für die Durchführung seiner Maßnahmen sind, je nach Themenbereich, unterschiedliche Referate zuständig. Mit dem Aktionsplan will die Stadt zur gleichberechtigten Teilhabe und zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen beitragen. Dorner ist Mitarbeiter der Abteilung „Darstellende Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Wissenschaft“ und im Kulturreferat verantwortlich für den Bereich Kunst und Inklusion. Er war maßgeblich an der Umsetzung des „Pilotprojekts Kunst und Inklusion“ beteiligt. Was die Maßnahme 31 des 1. Aktionsplans zur Umsetzung der UN-BRK gebracht hat, lesen Sie im nachfolgenden Interview.

Maximilian Dorner und die Schauspielerin Susanne Plassmann bei der Abschlussrevue von „Was geht? Kunst und Inklusion“. Foto: Christine Schneider
Maximilian Dorner und die Schauspielerin Susanne Plassmann bei der Abschlussrevue von „Was geht? Kunst und Inklusion“. Foto: Christine Schneider

Herr Dorner, können Sie uns kurz beschreiben, was das „Pilotprojekt Kunst und Inklusion“ beinhaltete und wie lange es dauerte?
Maximilian Dorner: Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Was geht? Kunst und Inklusion“ umfasste alle Sparten des Münchner Kulturlebens. Es gab über 120 Ausstellungen, Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen sowie Lesungen. Am Projekt beteiligt waren an die hundert Partner. Besondere Höhepunkte waren ein Symposium in den Münchner Kammerspielen, eine Lesung im Literaturhaus und eine große Abschlussrevue im Münchner Volkstheater. Das Projekt lief von Oktober 2015 bis Februar 2016 mit einer Vorbereitungszeit von mehr als einem Jahr.

Worum ging es bei dem Pilotprojekt?
Maximilian Dorner: Themen wie „Inklusion“, „Behinderung“ oder „Barrieren“ wurden in den verschiedenen Kunstsparten auf unterschiedliche Art und Weise aufgegriffen und publikumswirksam zum Thema gemacht. Es wurde gezeigt, wo Chancen und Herausforderungen in Sachen „Inklusion“ liegen. Aber nicht nur das Publikum hat von „Was geht?“ profitiert. Viele am Projekt beteiligte Institutionen sind neue Kooperationen eingegangen und haben sich für das Thema geöffnet. Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung wurden aktiv mit einbezogen und konnten neue Erfahrungen im Kulturbetrieb sammeln. Letztendlich ging es in der Veranstaltungsreihe auch darum, das Thema „Inklusion“ zur Debatte zu stellen.

Was hat die Veranstaltungsreihe gebracht?
Maximilian Dorner: Durch den Erfahrungsaustausch der am Projekt Beteiligten und auch durch einen gewissen Perspektivenwechsel wurden bestehende Barrieren erkannt. Daraus wurden erste Ansätze entwickelt, wie man diese im Kulturbetrieb abbauen kann.

Hat die Veranstaltungsreihe weitere Maßnahmen in Gang gesetzt?
Maximilian Dorner: Nach den guten Erfahrungen gibt es nun zusätzliche städtische Fördermittel für inklusiv konzipierte Kunst- und Kulturprojekte. In den Jahren 2017 und 2018 wurden jeweils bereits 30 Projekte gefördert. Außerdem wird Beratung und Vernetzung im Bereich Inklusion angeboten.

Herr Dorner, vielen Dank für das Gespräch.